📍 Ort

Das Holbeinpferd in Freiburg

Ein Verkehrshindernis erzählt von Kunst, Aneignung und Stadtkultur

Das Holbeinpferd in Freiburg

Ein Betonpferd auf einer Verkehrsinsel wurde zu einem der bekanntesten Stadtsymbole Freiburgs.

Mitten auf einer Verkehrsinsel im Stadtteil Wiehre steht ein Pferd aus Beton. Es ist weder Denkmal noch Skulptur im klassischen Sinn – und doch eines der bekanntesten Stadtsymbole Freiburgs.

Tipp: Mit „Vorlesen“ bekommst du eine kurze Zusammenfassung.

FRÜHER

Das Holbeinpferd wurde 1936 als Verkehrsmarkierung errichtet. Entworfen vom Bildhauer Werner Gürtner, diente es der Lenkung des Verkehrs an einer Kreuzung.

HEUTE

Heute wird das Holbeinpferd regelmäßig und inoffiziell übermalt. Die Stadt duldet diese Praxis. Politische Aussagen, Humor, Gedenken oder lokale Ereignisse finden hier ihren Ausdruck und machen das Objekt zu einem lebendigen Teil der Stadtkultur.

FUN FACT / ANEKDOTE

Es gibt keine offizielle Erlaubnis zum Bemalen – dennoch gilt das Holbeinpferd als eines der akzeptiertesten „illegalen“ Kunstobjekte Freiburgs.


Mehr zur Geschichte des Ortes

Das Holbeinpferd zeigt, wie sich die Bedeutung eines Objekts im öffentlichen Raum verändern kann. Was 1936 als nüchterne Verkehrsmarkierung entstand, verlor mit der Zeit seine ursprüngliche Funktion – blieb jedoch im Stadtbild präsent.

Bereits nach dem Zweiten Weltkrieg begannen Unbekannte, das Betonpferd immer wieder neu zu bemalen. Aus einem funktionalen Zweckbau wurde ein Träger wechselnder Botschaften. Ohne Museum, Infotafel oder Schutzglas ist das Holbeinpferd bis heute Teil des Alltags geblieben. Seine Geschichte wird nicht erklärt, sondern fortgeschrieben – von denen, die es gestalten.